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Erfahrungsaustausch am 22. April 2016 SHG ABC Oldenburg und SHG Wortblind Lüneburg in der VHS REGION Lüneburg

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1. Reihe unten rechts: Lars , Achim beide ABC OL, Gaby, Karoline, Tanja Wortblind alle aus LG, 2. Reihe oben rechts: Ernst, Brigitte beide ABC OL, Tina, Diana, Jutta, Stefanie, Uwe, Meik, Manni, Klaus alle Wortblind LG

Die Selbsthilfegruppe Wortblind aus Lüneburg besucht die Leipziger Buchmesse

17. März 2016

geschrieben von Klaus R.

Neue Welten

Ich bin wieder in Leipzig auf der Buchmesse. Das zweite Mal, aber dieses Mal für zwei Tage. Seit ich mich entschlossen habe in der VHS REGION Lüneburg einen Grundkurs für Schreiben und Lesen zu machen, hat mich die Lust am Schreiben gepackt. Ganz neue Welten tun sich da auf.

Es gibt so viel Interessantes auf der Leipziger Buchmesse zu sehen, ich könnte auch sieben Tage bleiben. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre in den Hallen, ich kann gar nicht genug davon kriegen. So viele Lesungen von verschiedenen Autoren und ganz viele Verlage, die sich vorstellen. Auch die technische Seite kommt nicht zu kurz, eine nachgebaute Druckerpresse wie Gutenberg sie benutzt hat zum Beispiel. Wenn ich alles beschreiben wollte, würde die Geschichte zu lang werden. Wir sind dieses Jahr mit acht Leuten von unserer Selbsthilfegruppe Wortblind in Leipzig, aber leider bleiben nur Diana, Manni und ich zwei Tage. Auf dem Messestand vom „Schüssel zur Welt“ treffen wir noch andere Mitglieder von Selbsthilfegruppen aus anderen Städten. Thorsten   und Karl aus Ludwigshafen oder Solveig aus Hamburg. Von Tim und Beatrix, die das ganze mit organisieren, weiß ich gar nicht, von woher sie genau kommen. Elfriede (Anm.: E. Haller ist Vorstandsmitglied im Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. (BVAG)) hat netterweise dafür gesorgt, dass wir mit ihnen im gleichen Hotel übernachten können. Mit anderen Worten, alles ganz liebe Leute.
Da ich geborener Hamburger bin, ist mir Solveig natürlich ganz besonders sympathisch. Also, ich glaube ja, dass ich mein Schreibproblem mittlerweile ganz gut im Griff habe. Aber wenn ich so schreiben sollte, wie Thorsten und Karl reden, ich würde wieder wortblind werden. Dieser Pfälzer Dialekt, also ehrlich Jungs, das lerne ich in diesem Leben nicht mehr. Uwe hat mir aber versichert, dass es mit dem Verstehen besser wird, wenn man sie länger kennt. Na ja, solange ich kein Pfälzer Saumagen essen muss, geht das schon. Und nette Leute verstehen sich auch ohne Worte. Abends nach ein paar Bieren verstehe ich die beiden schon viel besser. Am nächsten Morgen beim Frühstück wundere ich mich doch, dass Uwe nur Obst isst, bis ich erfahre, dass es abends zum Haxen-Essen geht. Da will wohl jemand Platz schaffen für die Haxen.
Auf den Parkplatz am Messegelände treffen wir dann Jutta (Wortblind) und ihren Mann samt Wohnmobil. Wie schon gesagt, ich kann nicht alles beschreiben, was den Tag über noch so war, aber vom Schreibkurs, an dem ich zweimal teilgenommen habe, möchte ich doch noch erzählen. Die Autorin, die den Schreibkurs abhielt, war sehr nett und direkt. Ich hatte nur fünf Minuten Zeit, um aus einem vorgegebenen Halbsatz eine Geschichte zu machen.
Beim ersten Mal war ich sehr aufgeregt, aber das kennt man ja von anderen Gelegenheiten auch. Kein Grund, es nicht noch mal zu versuchen. Die Autorin hält auch eintägige Kurse in Berlin und mehrtägige Kurse in Thüringen ab. Ich werde es erst mal in Berlin versuchen. Es macht einfach zu viel Spaß, da muss ich mich unbedingt anmelden. Nicht um berühmt zu werden, sondern weil es mich zufrieden macht. Und falls ich doch berühmt werde, nehme ich das billigend in Kauf.