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Welttag der Alphabetisierung am 8. September 2016

Jedes Jahr am 8. September begeht die UNESCO den Welttag der Alphabetisierung.
Am Welttag der Alphabetisierung erinnert die UNESCO seit 1966 an die Bedeutung von Alphabetisierung und Erwachsenenbildung. Weltweit können etwa 774 Millionen Menschen nicht lesen und schreiben. Fast zwei Drittel von ihnen sind Frauen und Mädchen.

Link zum Welttag der Alphabetisierung

Jeder Siebte Deutsche, das heißt 7,5 Millionen Menschen haben eine Lese- und Rechtschreibschwäche. Dennoch scheuen sich noch immer viele Betroffene aus Angst vor gesellschaftlicher Stigmatisierung, professionelle Hilfe zu suchen.

Anlässlich des Weltalphabetisierungstages wollen Mitglieder der Selbsthilfegruppe der VHS REGION Lüneburg mit einer Luftballonaktion im Clamartpark am 08.September auf ihr Problem aufmerksam machen.

Kleine Handzettel werden verteilt mit dem Ziel, noch mehr von den 15.000 Betroffenen in Lüneburg erreichen zu wollen. In Gesprächen wollen sie auf das Angebot hinweisen, dass die VHS REGION Lüneburg bereits viele Lese- und Schreibkurse im Angebot hat und die Selbsthilfegruppe Wortblind der Betroffenen eine gute erste Anlaufstelle ist, um die Hemmschwelle für Lernangebote so niedrig wie möglich zu halten.

Erfahrungsaustausch am 22. April 2016 SHG ABC Oldenburg und SHG Wortblind Lüneburg in der VHS REGION Lüneburg

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1. Reihe unten rechts: Lars , Achim beide ABC OL, Gaby, Karoline, Tanja Wortblind alle aus LG, 2. Reihe oben rechts: Ernst, Brigitte beide ABC OL, Tina, Diana, Jutta, Stefanie, Uwe, Meik, Manni, Klaus alle Wortblind LG

Die Selbsthilfegruppe Wortblind aus Lüneburg besucht die Leipziger Buchmesse

17. März 2016

geschrieben von Klaus R.

Neue Welten

Ich bin wieder in Leipzig auf der Buchmesse. Das zweite Mal, aber dieses Mal für zwei Tage. Seit ich mich entschlossen habe in der VHS REGION Lüneburg einen Grundkurs für Schreiben und Lesen zu machen, hat mich die Lust am Schreiben gepackt. Ganz neue Welten tun sich da auf.

Es gibt so viel Interessantes auf der Leipziger Buchmesse zu sehen, ich könnte auch sieben Tage bleiben. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre in den Hallen, ich kann gar nicht genug davon kriegen. So viele Lesungen von verschiedenen Autoren und ganz viele Verlage, die sich vorstellen. Auch die technische Seite kommt nicht zu kurz, eine nachgebaute Druckerpresse wie Gutenberg sie benutzt hat zum Beispiel. Wenn ich alles beschreiben wollte, würde die Geschichte zu lang werden. Wir sind dieses Jahr mit acht Leuten von unserer Selbsthilfegruppe Wortblind in Leipzig, aber leider bleiben nur Diana, Manni und ich zwei Tage. Auf dem Messestand vom „Schüssel zur Welt“ treffen wir noch andere Mitglieder von Selbsthilfegruppen aus anderen Städten. Thorsten   und Karl aus Ludwigshafen oder Solveig aus Hamburg. Von Tim und Beatrix, die das ganze mit organisieren, weiß ich gar nicht, von woher sie genau kommen. Elfriede (Anm.: E. Haller ist Vorstandsmitglied im Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. (BVAG)) hat netterweise dafür gesorgt, dass wir mit ihnen im gleichen Hotel übernachten können. Mit anderen Worten, alles ganz liebe Leute.
Da ich geborener Hamburger bin, ist mir Solveig natürlich ganz besonders sympathisch. Also, ich glaube ja, dass ich mein Schreibproblem mittlerweile ganz gut im Griff habe. Aber wenn ich so schreiben sollte, wie Thorsten und Karl reden, ich würde wieder wortblind werden. Dieser Pfälzer Dialekt, also ehrlich Jungs, das lerne ich in diesem Leben nicht mehr. Uwe hat mir aber versichert, dass es mit dem Verstehen besser wird, wenn man sie länger kennt. Na ja, solange ich kein Pfälzer Saumagen essen muss, geht das schon. Und nette Leute verstehen sich auch ohne Worte. Abends nach ein paar Bieren verstehe ich die beiden schon viel besser. Am nächsten Morgen beim Frühstück wundere ich mich doch, dass Uwe nur Obst isst, bis ich erfahre, dass es abends zum Haxen-Essen geht. Da will wohl jemand Platz schaffen für die Haxen.
Auf den Parkplatz am Messegelände treffen wir dann Jutta (Wortblind) und ihren Mann samt Wohnmobil. Wie schon gesagt, ich kann nicht alles beschreiben, was den Tag über noch so war, aber vom Schreibkurs, an dem ich zweimal teilgenommen habe, möchte ich doch noch erzählen. Die Autorin, die den Schreibkurs abhielt, war sehr nett und direkt. Ich hatte nur fünf Minuten Zeit, um aus einem vorgegebenen Halbsatz eine Geschichte zu machen.
Beim ersten Mal war ich sehr aufgeregt, aber das kennt man ja von anderen Gelegenheiten auch. Kein Grund, es nicht noch mal zu versuchen. Die Autorin hält auch eintägige Kurse in Berlin und mehrtägige Kurse in Thüringen ab. Ich werde es erst mal in Berlin versuchen. Es macht einfach zu viel Spaß, da muss ich mich unbedingt anmelden. Nicht um berühmt zu werden, sondern weil es mich zufrieden macht. Und falls ich doch berühmt werde, nehme ich das billigend in Kauf.

Warum man nie aufhören sollte zu lernen

Nach zwei Jahren Schreiben lernen in einem VHS Kurs war ich der Meinung, das Schreiben schon sehr gut gelernt zu haben. Als ich von meiner Tochter in eine Pizzeria zum Essen eingeladen wurde, musste ich feststellen, dass es immer noch etwas zu lernen gibt. In der Pizzeria gab es nur Pizza, nichts anderes. Ich bekam eine Karte und einen Zettel, auf dem ich ankreuzen musste, was ich wollte. Fisch oder Fleisch und so weiter. Was ich aber nicht wollte, musste ich aufschreiben. Und genau das war mein Problem: Wie schreibe ich Zucchini, Artischocken, Sardellen oder Paprika?

Mit Computer und Rechtschreibprogramm kein Problem, aber so einfach schreiben? Ich wollte meine Tochter nicht fragen, also habe ich einfach losgeschrieben. Mehr schlecht als recht, man lernt halt nie aus.

Klaus R.

Was ist Glück?

Anlässlich des Vorlesetags am 20.11.2015

Was ist Glück? Wie findet man es? Gibt es ein Rezept für das Glücklichsein?

Die Welt suggeriert uns: So und so musst du sein und das und das musst du machen, um glücklich zu sein. Aber wie viele versuchen es und scheitern kläglich. Oder sie merken gar nicht, wie viel Glück sie haben und nehmen vieles als selbstverständlich hin. Wenn man nur einmal den heutigen Tag nimmt: Worüber kannst du glücklich sein? Vielleicht denkst du: „Ach, da war doch nichts.“

Aber gehen wir noch einmal gedanklich ganz zurück zum Morgen.

Du liegst im Bett und der Wecker klingelt. Der Partner liegt, wenn man einen hat, neben dir im Bett, und du merkst, was für ein toller Sommermorgen es ist. Na, wie viel Glück findest du hier?

Einige meinen, hier ist nichts, worüber man glücklich sein könnte. Aber ich sage: Es sind mindestens vier Sachen, wofür man glücklich sein kann.

Einmal dein Bett. Es ist warm, weich und bequem.

Dann der Wecker. Du hast einen Wecker, du hast eine Aufgabe, du wirst gebraucht.

Als nächstes der Partner. Du hast jemanden, der dich liebt und den du liebst und wer keinen Partner hat, hat vielleicht ein Tier und wenn das auch nicht der Fall ist, hast du diese himmlische Ruhe. Niemand schnarcht oder pupst.

Als Letztes, der tolle Sommermorgen. Es ist ein Morgen, den du erleben darfst, es ist warm, hell, und es duftet nach Sommer.

Du siehst, es gibt immer etwas, wofür du glücklich sein kannst. Es müssen nicht immer die großen Sachen sein. Erfreu´ dich doch an den kleinen Dingen des Lebens und mach sie dir bewusst.

Nina

Herbst 2015

Wortblind auf dem Theaterfest in Lüneburg 05.09.2015

Es war ein schöner Tag mit viel Sonne und nur einem kurzen Regenschauer!Wir, von der Selbsthilfegruppe der VHS REGION Lüneburg 'Wortblind' standen hinter dem Bücherstand der VHS REGION Lüneburg und haben gebrauchte Bücher aller Art gegen eine Spende abgegeben. Auch Wolfgang und Jana,  TeilnehmerInnen eines Lese-und Schreibkurs unterstützten uns. ...weiterlesen "Wortblind auf dem Theaterfest in Lüneburg 05.09.2015"